Mittwoch, 27. April 2016

DDR ? Nord Korea ? Nein Darmstadt !

Du kommst hier nicht rein .....

Den Spruch kannte man eigentlich nur von Türstehern. Seit Gestern wird er auch von Oberbürgermeister, Polizeioberen und sonstigen Hütern der öffentlichen Ordnung benutzt. Das Innenstadtverbot/Betretungverbot das man da in Darmstadt ausgesprochen hat erscheint mir wie ein Relikt aus DDR-Zeiten. Da verschanzt sich eine Stadt vor ein paar Dutzend möglicher Krawallmacher. 
Durchdacht kann diese Maßnahme auf keinen Fall sein. Der Landtagsabgeordnete Boklet z.B. postete auf Twitter ein Bild seiner Eintrittskarte für das Spiel am Samstag. Will die Polizei wirklich einem Landtagsabgeordneten den Aufenthalt in Darmstadt verbieten? Und wenn nicht, wie will sie diese Ausnahme Begründen? Allein das kann sich als ein Schuß ins eigene Knie erweisen. 
Hier zeigt sich dann das ganze Ausmaß an Weltfremder Rechtsprechung durch die greisen Herrn in DFB und DFL. Auf Grund einer total unsinnigen und überzogenen Ausgrenzungsstrategie, die anstelle eines vernünftigen Dialogs von den Verbänden geführt wird. Wenn man die Fans nicht zum Bezahlfernsehen überreden kann, muß man sie halt anders aus den Stadien vertreiben. Die Tendenzen dazu sind ja unverkennbar.

 Warum die Herren allerdings blutleere Veranstaltung wie die Länderspiele ihrer "Mannschaft" einem, noch, emotionalen Erlebnis eines Bundesligaspiels vorziehen, wird wohl ewig ihr Geheimniß bleiben.
Wenn man sich allerdings vor Augen hält, wen der DFB zu seinem neuen Präsidenten gewählt hat, sieht man schon etwas klarer. Einen eindeutig rechstauslegenden Law und Order Politiker. Da erscheint das Darmstädter Betretungverbot nur als logische und konsequent fortgesetzte DFB Politik. Machen sich hier Politiker und hohe Polizeibeamten zu Handlangern der DFB/DFL Interessen? Es sieht so aus. 
Was sind das für Weltfremde Funktionärszombies die wegen solcher, zwar unschönen aber in keiner Weise gefährlichen, Szenen im Hinspiel gegen Darmstadt solche Strafen aussprechen statt auf die Selbstreinigungskräfte der Fanszene zu setzen und den Dialog zu suchen. Die möchtegern Platzstürmer wurden ja von den eigenen Leuten in die Schranken gewiesen, wie allgemein bekannt ist. Und in welchem Universum leben solche Beamte und Politiker, die glauben man könnte tatsächlich ein Betretungverbot in einer Stadt gegen eine ganze Bevölkerungsgruppe durchsetzten. 
Und dann hätten wir ja auch noch unsere Medien. In vielen Fällen wird statt einer objektiven Berichterstattung Sensationsjournalismus betrieben. Und beileibe nicht nur von der Bild. Wenn ich, wie die Frankfurter Rundschau, einen Bericht über das Begehungsverbot mit aufgewärmten Bildern und Artikel vom Dezember würze, trage ich nicht unbedingt zu einer Deeskalation bei. Und wenn sich, wie am Dienstag Abend dann knapp Hundert Eintrachtfans nach Darmstadt auf machen und eine Fankneipe mehr oder weniger besetzen und es laut Polizeibericht weder Verletzte noch Sachschäden gab, muss man ja nicht wirklich von "Überfall" (OP), oder Randale(HR) sprechen. Auch Journalisten sind in der Pflicht die Situation nicht noch mehr aufzuheizen.
Also liebe Funktionäre, sagt offen das ihr die Taschen nicht voll genug bekommt, das euch der Fußball scheiß egal ist solange die Kasse klingelt und versucht nicht weiter Menschen die ihre Emotionen positiv ausleben wollen zu kriminalsieren. Das gleiche gilt für Politiker und ihre Funktionsandroiden.